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Landwirtschaft in Bärenbach |
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1 6 4 7 - 1 9 9 5 Der Haupterwerbszweig in Bärenbach war lange Zeit die Landwirtschaft. Die Größe der Gemarkung betrug 19..? etwa 524 Hektar. Diese Fläche war in folgende Bereiche aufgeteilt: 200 Hektar Kulturland, 70 Hektar Gemeindeland einschließlich Ackerland und 254 Hektar Wald. Bis zum Jahre 1860 wurde das Vieh im Sommer auf die Weide getrieben. Die Ernährung des Viehs war immer schlecht. 1824 wurde ein Teil des Gemeindelandes rechts vom Lautzenhauser Weg unter die Bürger als Eigentum aufgeteilt. Die Größen der Parzellen betrug 20 alte Ruhten. Der Preis hierfür war mit 12 Mark angesetzt, zahlbar in 6 Raten bis zum Jahre 1831. Diese, durch den Verkauf von Gemeindelandes eingenommenen Gelder, wurden zur Bezahlung der noch vorhandenen Kriegsschulden verwand. 1864 wurde ein großer Teil des übrigen Gemeindelandes unter den Bürgern aufgeteilt. Die Größe des Landes der einzelnen Bürger betrug 40 Aar. Der Pachtpreis betrug pro Jahr 2-3 Pfennige pro Ruhte. Das verbleibende zusammenhängende Gemeindeland wurde nun als Schaf- und Schweineweide genutzt. Bis zum Jahre 1924 war in unserer Gemeinde ein Schaf- und Schweinehirt vorhanden. Als Lohn bekamen diese Hirten pro Jahr: 2 Wagen Heu von den Gemeindewiesen, die deshalb auch Hirtenwiesen genannt wurden, 24 Scheffel Roggen und 50 Aar Gemeindeland.
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1 8 3 0 – 1 8 4 0 In den Jahren ab 1830 bis etwa 1840 wurden größere Flächen Land, die als Viehweide benutzt wurden, mit Tannenholz eingesät. Gegen diese Einsaat des Tannenholzes wurde von der Gemeinde starker Einspruch erhoben und sich heftig aber erfolglos dagegen gewehrt. Nachträglich stellte sich dieses Holz aber als großen Nutzen für die Gemeinde heraus, da der schnelle Wuchs des Holzes die steigende Nachfrage von Bauholz deckten. Die Gemeinde hatte durch diesen Holzverkauf gute Einnahmen und konnte somit manches zum Wohle der Allgemeinheit ausführen lassen. Selbst die Umlagen, die früher zur Bestreitung der Gemeindeauslagen benötigt wurden, entfielen. Die letzte Erhebung dieser Umlagen wurde im Jahre 1891 durchgeführt. Auch konnte den Bewohnern mehr Brennholz zugewiesen werden. Die Abgabe von Brennholz steigerte sich jedes Jahr. Der Bedarf an Brennholz konnte so auf Jahre hinaus aus dem Gemeindewald gedeckt werden. Die Abgabe hierfür betrug pro Jahr 7,50 Mark zuzüglich den Holzhauerlohn. Im Jahre 1928 wurde die Abgabe auf 15 Mark zuzüglich Holzhauerlohn erhöht. Für alle Gemeinden, die früher eher arm waren, trat durch die angelegten Gemeindewälder eine sichtbare Besserung ein.
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In den früheren Jahren wurde der Gemeindestier der Reihe nach von den Bürgern gehalten, er war dann des Bürgers Eigentum. In den späteren Jahren wurde ein Stall gepachtet und ein Stier gekauft. Das Füttern wurde an einen Bürger vergeben und das Heu wurde von der Gemeinde geliefert. Hafer wurde auf die Kuh mit 25 Pf gerechnet. Der Stierfütterer erhielt seinen Lohn nach Vereinbarung. Die Pachtung von Scheune und Stall für den Stier war öfter mit großen Schwierigkeiten verbunden. Die Gemeinde kaufte 1891 das Haus und Scheune von Jakob Weckmann, der nach Sohren zog, zum Preise von 750 M, und errichtete daraus einen Gemeindestierstall. Das Wohnhaus wurde 1909 an Peter Schneider zum Preis von 1.500 M verkauft. Am 27. Juni 1933 verkaufte die Gemeindevertretung die alte Stierscheune mit Stallung ebenfalls an Peter Schneider zum Preis von 1.600 DM. Die angekaufte Scheune mit Stallung von Jakob Weckmann wurde dann im Jahre 1931 zum Stierstall umgebaut. Die Umfassungsmauer wurde aus Beton und Eisenpfeilern gemacht. Für den Beton wurde vom Gemeindesteinbruch "Hüll" Schiefer gebrochen und als Kies benutzt. Das Zerkleinern des Schiefers wurde öffentlich bei der Gemeinde versteigert. 50 Kasten an Reinhard Josef zum Preis von 70 Pfennig pro Kasten und 25 Kasten an Peter Schneider zum Preis von 60 Pfennig pro Kasten. Die Maurerarbeiten führte Adolf Schmaus zum Preis von 216 DM aus. Die Zimmermannsarbeiten machte Theodor Roth zum Preis von 25 Mark. Die Schreibarbeiten führte Otto Schneider zum Preis von 65 Mark aus. Die Schmiedearbeiten wurden von Wilhelm Franz und Wilhelm Weirich zum Preis von 260 Mark ausgeführt. Der allgemeine Betrag belief sich auf 1.700 Mark. In den früheren Jahren war Bärenbach als ein armes Dorf bekannt. Es wohnten viele arme Familien im Dorf, die keinen Grundbesitz hatten, sie lebten vom Korbmachen und anderen kleinen Tätigkeiten. Die Gemeinde musste in vielen Fällen diesen Leuten Unterstützung geben. Die Einwohner ernährten sich zum größten Teil von der Landwirtschaft, dessen Einnahmen aber sehr gering waren. Der Lebensunterhalt war sehr schlecht. Handwerker waren wenig vorhanden. Nach den 70er Jahren lebte die Industrie auf, die Verdienstmöglichkeiten machten sich sehr bemerkbar. Ein Teil der armen Leute verließ den Ort und suchte die Verbindlichkeiten anderswo, um den Lebensunterhalt besser zu gestalten. Die Gemeinde kaufte den Leuten ihre alten Wohnungen ab. In der Landwirtschaft zeigte sich auch eine Besserung, es fehlte aber noch der Absatz von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, denn der Weg der Bahnstation war in Bullay, erst später in Simmern. Erst mit der Bahnweiterführung nach Hermeskeil im Jahre 1903 bis1904 lebte der Handel und Verkehr auf. Die Einnahmen steigerten sich, so dass sich die Landwirte Maschinen kaufen konnten, die die Arbeit erleichterten. Vor den Siebzigern wurde das Getreide noch mit dem Flegel gedroschen, was lange Zeit in Anspruch nahm. Nach den Siebzigern kamen Dreschmaschinen in Betrieb, die allerdings von Hand gedreht werden mussten. Ein paar Jahre später kam dann die Göbeldreschmaschine, die durch Zugtiere angetrieben wurde. Nach dem Ausbau der Überlandzentrale kam der Kraftstrom und damit auch größere Dreschmaschinen, die noch lange Jahre im Einsatz waren.
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G R A S A N L A G E Das Heu für die Stiere wurde an vielen Stellen gemäht, denn die Gemeindewiesen lagen zerstreut in der Gemarkung. Es gab sehr schlechtes Heu. Um ein zusammenliegendes Gelände für Heu zu gewinnen, legte die Gemeinde folgende Grasanlagen an: Im Jahre 1900 rechts vom Belger Weg, im Jahre 1906 an der Waldschauer. Dieses Gelände war sehr uneben, es gab viele große Löcher, in denen früher Erz gesucht wurde. Zum Ausfüllen der Löcher wurden Gräben ausgehoben. Das Gelände wurde unter die Bürger verteilt, dazu hatten sie drei Jahre Zeit. Einsaat von Grassamen erfolgte von der Gemeinde. Ein paar Jahre später wurde die Grasanlage am unteren Anspann ausgeführt. Das Land dort war nass und musste unter schwersten Bedingungen drainiert werden.
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B E S T I M M U N G E N I N D E R H E U E R N T E U N D B E I M G R A S S C H N I T T Seit Jahrzehnten wurden die Erntearbeiten nach festen Bestimmungen der Gemeindevertretung durchgeführt. Das Wiesenland war in zwölf Teile eingeteilt, jeden Tag wurde ein Teil (Los genannt) Gras gemäht. Der Vorsteher bestimmte nach dem Läuten der Glocke, wann und wo gemäht wurde. Mit dem Getreideschnitt war es das gleiche, es wurde aber nur nach Anbauflächen und nicht nach Getreidearten unterschieden. Den Wiesen und Feldern wurden besondere Erntewege zugeteilt, die die An- und Abfuhr ermöglichten. Diese Bestimmungen wurden auch streng von den Bürgern eingehalten. Doch mit den Jahren wurden die ortsüblichen Bestimmungen immer weniger geachtet und sind bis heute ganz verfallen. Der Ernteertrag wurde immer schlechter, so dass die Bürger zu der Überzeugung kamen, dass eine Zusammenlegung der Grundstücke erforderlich wäre, um eine bessere und leichtere Bearbeitung des Grund und Bodens zu erreichen, zugleich aber auch jedermann frei über seinen Besitz verfügen konnte. Am 06.10.1925 wurde die Umlegung fast einstimmig beschlossen. Die Einschätzung des Landes erfolgte vom 28. August bis 20. September 1930. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 1.002 Mark. Am 16. Juni 1931 begann die Absteckung und das Absteinen des Wegenetzes durch Herrn Stichter, Herrn Hämkes, Herrn Hubert, Herrn Blum und Herrn Dilling. Bei jedem Landvermesser waren vier Arbeiter beschäftigt. Zwei Arbeiter waren ständig zugange, die anderen zwei Arbeiter jedes Landvermessers wurden nur zeitweise gebraucht. Diese Arbeiten wurden durch das Abverdienungsrecht ausgeführt, d. h. jeder Bürger bekam anteilmäßig nach seiner Besitzgröße einen Teil der Kosten auferlegt oder musste, wie der Begriff schon vermuten lässt, selbst einen Teil der Schuld abarbeiten. Im Jahre 1934 musste auf ein Hektar Land schon ein Betrag von 10 Mark gezahlt werden, um die entstandenen Unkosten zu decken. Der Stundenlohn wurde dabei auf 25-30 Pfennig festgesetzt. Nach der Übergabe des Landes, das nach der Bachregulierung und Dränage des Gemeindelandes auf der Heide und rechts vom Ravensburger Weg und den untersten Anspann, der schon im Jahre 1927 - 1928 abgeholzt wurde entstand, wurde im Jahre 1929 die Firma Mohr & Altmayer aus Hahn beauftragt, die Wurzeln herauszusprengen. Mit Genehmigung des Kulturamtes Düsseldorf und der neuen Besitzer, wurden im Jahre 1932 die Wiesen links der neuen Bach in gleicher Breite an die Dränageflächen angeschlossen.
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S A A T R E I N I G U N G S M A S C H I N E Am 1. August 1993 kaufte die Gemeinde eine große Saatreinigungsmaschine mit Kraftstrombetrieb. Der Wunsch bestand schon einige Jahre bei den Landwirten. Dies war auch eine dringende Notwendigkeit, denn die Ernte hing und hängt auch heute noch zum großen Teil von guter Saat ab. Die Anschaffungskosten der Saatreinigungsmaschine beliefen sich auf 1.300 DM. Die Bedienung der Maschine wurde an Alois Roth vergeben. Für einen Zentner Frucht bekam er 8 Pfennig. Dagegen musste der Bauer für einen Zentner 20 Pfennig bezahlen.
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L A N D W I R T S C H A F T I N B Ä R E N B A C H
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